{"id":622,"date":"2023-10-29T23:21:55","date_gmt":"2023-10-29T23:21:55","guid":{"rendered":"https:\/\/antiziganismus.org\/?page_id=622"},"modified":"2023-10-30T15:35:23","modified_gmt":"2023-10-30T15:35:23","slug":"lehrplaene-und-schulbuecher","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/antiziganismus.org\/?page_id=622","title":{"rendered":"Handlungsempfehlungen:Lehrpl\u00e4ne und Schulb\u00fccher"},"content":{"rendered":"\n<p>Die Unabh\u00e4ngige Kommission Antiziganismus empfiehlt \u2026<\/p>\n\n\n\n<p>\u2022 die explizite Thematisierung von Alltagsrassismus und Antiziganismus. Erscheinungsformen und Wirkungsweisen von Alltagsrassismus und dessen antiziganistische Auspr\u00e4gungen in den gegenw\u00e4rtigen Institutionen sind explizit zu thematisieren und in den Schulunterricht einzubinden.<\/p>\n\n\n\n<p>\u2022 die Aufkl\u00e4rung \u00fcber die Geschichte und Wirkung des V\u00f6lkermords an den europ\u00e4ischen Roma und Sinti . In den Schulb\u00fcchern sind differenzierte Informationen \u00fcber die rassistische Ausgrenzung, Stigmatisierung und systematische Ermordung der Roma und Sintiim Nationalsozialismus bereitzustellen. Das Thema ist in den Lehrpl\u00e4nen zu verankern.<\/p>\n\n\n\n<p>die Thematisierung der fortgesetzten Stigmatisierung nach 1945. Neben der Information \u00fcber die Verfolgung im Nationalsozialismus und den V\u00f6lkermord sind in Schulb\u00fcchern die Denk und Handlungsmuster zu thematisieren, die zu den Kontinuit\u00e4ten der Stigmatisierung und Ausgrenzung nach 1945 gef\u00fchrt haben. 252 Bericht der Unabh\u00e4ngigen Kommission Antiziganismus<\/p>\n\n\n\n<p>\u2022 Informationen \u00fcber Selbstbehauptung, \u00dcberlebensstrategien und Widerstand. Die widerst\u00e4ndigen Handlungen von Roma und Sinti im Kontext ihrer Entrechtung, Verfolgung und Ermordung w\u00e4hrend des Nationalsozialismus sind in Schulb\u00fcchern sichtbar und die Stimmen der \u00dcberlebenden st\u00e4rker h\u00f6rbar zu machen.<\/p>\n\n\n\n<p>\u2022 das Benennen von T\u00e4terschaft. T\u00e4terschaften der Verfolgung sind in Schulb\u00fcchern explizit anzusprechen und die Motive der T\u00e4ter_innen sind darzustellen, insbesondere ist auf die Kontinuit\u00e4ten der rassistischen \u201eZigeunerforschung\u201c und deren Folgen f\u00fcr die davon Getroffenen einzugehen.<\/p>\n\n\n\n<p>\u2022 die Vermeidung der Reproduktion von Stereotypen. Bei der Verwendung von Bild- und Textquellen im Unterricht ist st\u00e4rker darauf zu achten, Stereotypisierungen nicht zu reproduzieren.<\/p>\n\n\n\n<p>\u2022 das Sichtbarmachen des Rassismus gegen Roma und Sinti in der Gegenwart. Gegenw\u00e4rtige Auswirkungen von antiziganistischem Rassismus sind expliziter aufzuzeigen, insbesondere deren institutionalisierte Formen im Bildungsbereich, auf dem Arbeits- und Wohnungsmarkt sowie hinsichtlich der Sicherheitsbeh\u00f6rden. Allt\u00e4gliche Diskriminierungen von Roma und Sinti sind im Unterricht aller Schulformen als Ausdruck von Alltagsrassismus einzuordnen.<\/p>\n\n\n\n<p>\u2022 die Darstellung von Zugeh\u00f6rigkeiten. Die Zugeh\u00f6rigkeit von Roma und Sinti zur deutschen Gesellschaft wie zu den europ\u00e4ischen Gesellschaften ist in den Schulb\u00fcchern deutlicher darzustellen. Ausgrenzende und fremdmachende Formulierungen sind zu vermeiden.<\/p>\n\n\n\n<p>\u2022 die Darstellung der Handlungsf\u00e4higkeit der Betroffenen von Antiziganismus. Die Aktivit\u00e4ten von Roma und Sinti selbst in der Bek\u00e4mpfung des Antiziganismus sind st\u00e4rker aufzuzeigen. \u00dcber Selbstorganisationen als relevante Interessenvertreter_innen ist in den Schulb\u00fcchern zu informieren, ebenso wie \u00fcber die Geschichte der B\u00fcrger_innenrechtsbewegung in Deutschland und Europa.<\/p>\n\n\n\n<p>\u2022 die Mitwirkung von Vertreter_innen aus Selbstorganisationen der Roma und Sintian Bildungspl\u00e4nen und Schulb\u00fcchern. An der Gestaltung von Bildungspl\u00e4nen und Schulb\u00fcchern sind Vertreter_innen aus Selbstorganisationen der Roma und Sintizu beteiligen.<\/p>\n\n\n\n<p>\u2022 Rezeptionsforschung. Die Forschung zur Rezeption von Schulbuchinhalten hinsichtlich Antiziganismus\/Rassismus gegen Roma und Sinti ist zu f\u00f6rdern.<\/p>\n\n\n\n<p>\u2022 Migration als Normalfall zu thematisieren. Eine st\u00e4rker inklusive Erz\u00e4hlung von Migration als Weltgeschichte, die alle angeht und nicht spezifisch f\u00fcr Roma und Sinti gilt, ist in den Curricula und Schulb\u00fcchern umzusetzen.<\/p>\n\n\n\n<p>\u2022 Bildungsempfehlungen gegen Antiziganismus durch die Kultusministerkonferenz (KMK). Seitens der KMK sind Bildungsempfehlungen zur Geschichte und gegenw\u00e4rtigen Situation von Roma und Sinti in Deutschland und Europa auszusprechen und die Verankerung der Thematik des antiziganistischen Rassismus in Bildungspl\u00e4nen und Schulb\u00fcchern ist sicherzustellen.<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p>Wir haben Genderungen durch die Volksbezeichnung \u201eRoma und Sinti\u201c ersetzt. Zur Begr\u00fcndung:<\/p>\n\n\n\n<ul>\n<li>Es wird auch nicht im Ursprungsbericht \u00fcberall gendergerecht formuliert.<\/li>\n\n\n\n<li>Der Bericht weist auf die kontroverse Diskussion zur Genderung hin.<\/li>\n\n\n\n<li>Wir m\u00f6chten als Volk wahrgenommen werden. Als Individuen kann uns jeder gerne in unserer Vielfalt kennenlernen.<\/li>\n\n\n\n<li>Wenn es wirklich konsequent um Genderung geht, m\u00fcsste man auch \u201eFranzosen und Franz\u00f6sinnen\u201c als \u201eFemme et Homme\u201c formulieren. Bitte verstehen Sie diese Absurdit\u00e4t.<\/li>\n\n\n\n<li>Wir bevorzugen generell die Verwendung einer geschlechtsneutralen Form in der Sprache des Romanes.<\/li>\n<\/ul>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Unabh\u00e4ngige Kommission Antiziganismus empfiehlt \u2026 \u2022 die explizite Thematisierung von Alltagsrassismus und Antiziganismus. Erscheinungsformen und Wirkungsweisen von Alltagsrassismus und dessen antiziganistische Auspr\u00e4gungen in den gegenw\u00e4rtigen Institutionen sind explizit zu thematisieren und in den Schulunterricht einzubinden. \u2022 die Aufkl\u00e4rung \u00fcber die Geschichte und Wirkung des V\u00f6lkermords an den europ\u00e4ischen Roma und Sinti . 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